Die außergewöhnlichen Villen der LVMH-Gruppe und die französische Riviera

Die außergewöhnlichen Villen der LVMH-Gruppe und die französische Riviera

Wenn es einen Ort gibt, der Luxus pur verkörpert, dann ist es zweifellos die Côte d’Azur. Und genau das mag der Grund dafür sein, dass der LVMH-Konzern dort immer wieder große, prestigeträchtige Villen erwirbt. Kürzlich gönnte sich der LVMH-Konzern eine Villa im Wert von rund 50 Millionen Euro, hoch über Cannes gelegen. Ein Rückblick auf diese außergewöhnliche Transaktion und den Erwerb der Villa Bagatelle an der Côte d’Azur.

Warum kauft der LVMH-Konzern Luxusvillen?

Immobilieninvestitionen erfüllen stets zwei zentrale Ziele. Erstens dienen sie der Kapitalsicherung durch den Besitz von Immobilien. Immobilieninvestitionen schützen vor Währungsabwertung und somit vor Inflation. Zweitens ermöglichen sie die Diversifizierung des Vermögens. Im Falle eines Luxuskonzerns tragen sie zudem zur Beruhigung von Finanzpartnern und gegebenenfalls auch von Kleinaktionären bei.

Für den LVMH-Konzern ist der Kauf der Villa Bagatelle in Cannes für 46,5 Millionen Euro im Jahr 2024 ein Schritt zur langfristigen Sicherung des Standorts. Die imposante Villa im Art-déco-Stil, hoch über Cannes gelegen, verfügt über zwölf Schlafzimmer und zwei Swimmingpools – einen im Innenbereich und einen im Garten. Die Wohnfläche der Villa beträgt rund 3.000 Quadratmeter. Mit solch großzügigen Dimensionen wird diese prestigeträchtige Adresse in Cannes zweifellos ein idealer Rahmen für die Partys und Events des berühmten Konzerns sein. Gleichzeitig positioniert sich LVMH damit als wichtiger Akteur vor Ort, beispielsweise bei Veranstaltungen wie den Filmfestspielen von Cannes.

Aus Marketingsicht war der Kauf der Villa Bagatelle – und die damit verbundene Medienberichterstattung – ein genialer Schachzug. Nahezu die gesamte Presse berichtete darüber, und die Geschichte wird sich noch lange im kollektiven Gedächtnis der französischen Öffentlichkeit festsetzen.

Die Geschichte der Villa Bagatelle

Diese imposante Residenz, hoch über Cannes gelegen, befindet sich im legendären und begehrten Viertel La Californie. Sie wurde 1928 für Herzog Auguste-Armand de La Force erbaut. 1976 erfuhr die Villa unter der Leitung des Architekten Gérard Gallet ihre erste umfassende Umgestaltung. Der Landschaftsarchitekt Jean Delogne wurde mit der Neugestaltung der Außenanlagen beauftragt. Aufgrund der immensen Instandhaltungs- und Besitzkosten wurde die Villa zwischen 1982 und den 2000er Jahren in Wohnungen aufgeteilt.

Von da an bildete die Villa wieder ein einziges, unteilbares Anwesen. 2018 wurde der Designer und Architekt Philippe Avanzi mit der Restaurierung der Villa beauftragt, um sie in ihrem alten Glanz erstrahlen zu lassen.

Die Geschichte der Villa Bagatelle ist, was die Besitzverhältnisse angeht, ganz anders. Sie stand oft im Mittelpunkt von Interessenkonflikten und Rechtsstreitigkeiten. Eine der ersten prominenten Besitzerinnen war keine Geringere als Lucienne Suzanne Dhotelle, geborene Vreurick. Die Sängerin der 1920er-Jahre, die den Spitznamen „La Môme Moineau“ trug, wurde in Reims geboren. Eine Frau, die ein bewegtes Leben führte und heute weitgehend vergessen ist. Später ging die Villa in den Besitz des algerischen Geschäftsmanns Raffik Khalifa über – eines Unternehmers, der in den 1990er-Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebte und als Gründer der Khalifa Group die florierende Wirtschaft aufbaute. Damals erwarb er die Villa mit demselben Ziel wie der LVMH-Konzern: Sie sollte zu einer repräsentativen Residenz für die Bewirtung von Kunden werden. Nach den finanziellen Schwierigkeiten des Konzerns gelangte die Villa Bagatelle nacheinander in den Besitz zweier russischer Oligarchen.

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